Die Falterzucht ist ein kleines Hobby von mir, welches (außer im Winter) sehr zeitintensiv ist.
Zuchtbehälter müssen gereinigt werden, größe Raupen in größere Behälter umgesiedelt werden,
verpuppungsreifen Raupen müssen Erde, Zweige, Laub angeboten werden, spätestens jeden
zweiten Tag ist neues Futter fällig. Oft gehe ich mit einem regelrechten “Einkaufszettel” durch die
Grünanlagen und besorge 3 Blätter davon, einen Zweig hiervon, und noch 7 Blätter von dem da....
man will ja keines der Räupchen vergessen!
Aber es macht sehr viel Freude, wenn man die Kleinen erfolgreich groß bekommen hat und dann
nach angemessener Puppenruhe die frischen Falter bewundern darf.
Ich dokumentiere alle meine gelungenen Aufzuchten - auch als
Anregung für Diejenigen, die es auch gerne mal versuchen würden:)
Smerinthus ocellata
Ein paar wenige Fotos sollen euch zeigen, wie es auf meinem kleinen Balkon aussieht. Ist alles etwas schief und krumm
(es lebe das Weitwinkelobjektiv *g*), aber ich lass es einfach mal so, denn man bekommt trotzdem einen recht guten Eindruck.
Ein Drittel des Balkons gehört dem Kater, ein Drittel den Raupen - und das letzte Drittel brauche ich, um mich da überhaupt
bewegen zu können! Ein bekanntes schwedisches Möbelhaus hat einen beachtlichen Beitrag zu meinen "Anlagen" geleistet.
Das Regal passt genau in eine der Ecken und bietet zum Glück viel
Stauraum für Zuchtbehälter, zahllose leere Dosen in allen Größen
und Formen - sozusagen für jeden Zweck und jede Raupe - und viel
Zubehör. Petrischalen, Taschenlampe, Beutel mit Kies, Heimtierstreu,
Rindenmulch...alles steht da rum. Und manchmal passt sogar noch der
größere der beiden Puppenkästen hinein.
Der Kasten hat keinen Boden, so dass man bei Bedarf eine Schale mit Wasser
darunter stellen kann. Ich mache das aber schon lange nicht mehr, sondern
besprühe die Puppen ab und zu mit einem handelsüblichen Zerstäuber. Der
Einsatz ist unten mit Gaze bespannt, die Puppen lagern zwischen Stückchen
reinen Leinens. So vermeide ich Staunässe, die den Puppen gefährlich
werden könnte. Der Deckel lässt sich natürlich aufklappen. Dabei muss ich oft
vorsichtig sein, denn die frischen Falter sitzen da gerne dran.
Ein Mini-Gewächshaus - ebenfalls aus dem Möbelhaus mit den blau-gelben
Buchstaben - wurde kurzerhand zum Raupenkasten umfunktioniert.
Aus dem Deckel einfach das Plexiglas/Plastik herausbrechen und dann
Fliegennetz oder Gaze drüber spannen. In den Boden habe ich eine extra
Holzplatte eingepasst und mit Silikon verfugt. Der Deckel schließt bei
vorgeschriebener Montage nicht richtig, aber Gummidichtungen, wie sie für
Fenster etc benutzt werden, lassen sich da gut aufkleben und schließen alle
potentiellen Fluchtlöcher.
Zum Schluss noch ein Eindruck meiner "Flugkäfige". Wunderbar geeignet
sind die in der Terraristik beliebten "Flexarien". Rundum mit Netz versehen
und mit Reißverschluss zu schließen. Wenn keine Falter da sind, lagern da
oftmals Gürtel- oder Sturzpuppen, oder der provisorische Puppenkasten für
die Micros und andere Kleinschmetterlinge. Auf einer Seite (und oben zur
Hälfte) habe ich sie abgedeckt zum Schutz vor Wind, Sonne, Regen etc.